Elektromobilität: Unter Strom - Tanken wird zur Nebensache

Wer über die Anschaffung eines Elektroautos nachdenkt, beschäftigt sich vor allem mit zwei Fragen: „Wie weit komme ich mit einer Akkuladung?“ und „wo kann ich nachladen?“.

Elektroautos haben derzeit gegenüber Verbrennerfahrzeugen noch eine geringere Reichweite. Vor der Anschaffung eines Elektroautos sollte man daher sein eigenes Fahrprofil kennen.

Die meisten täglichen Fahrten liegen deutlich unter 100 km und könnten mit allen derzeitigen Elektroautos auf dem Markt zurückgelegt werden. Dazu kommt, dass das Auto die meiste Zeit steht, z.B. am Arbeitsplatz oder über Nacht zu Hause. Diese Stehzeiten sind perfekte Ladezeiten.

Wer ein Haus mit Parkplatz besitzt hat den Vorteil, dass er seinen Akku langsam und schonend über Nacht laden könnte. Welche genauen Voraussetzungen dafür getroffen werden müssen, klärt man am besten mit dem regionalen Stromversorger bzw. einem Elektrofachbetrieb.

Auch die Parkzeit am Arbeitsort könnte zur Ladezeit werden. Sprechen Sie doch mal Ihren Arbeitgeber darauf an.

Sollte das Nachladen zwischendurch erforderlich werden, bieten sich Ladesäulen an, die eine etwas schnellere Ladung ermöglichen. Ein in vielen Modellen vertretener Akku mit einer Kapazität von 22 kWh kann mit dem entsprechenden Stecker an einer 22 kW Ladesäule innerhalb von einer Stunde aufgeladen werden. An der Haushaltssteckdose würde dieser Ladevorgang rund 6 Stunden benötigen.

Die genannten Ladevorgänge werden mit Wechselstrom durchgeführt und als Normalladen bezeichnet.

Als Schnellladung bezeichnet man das Laden mit Gleichstrom, für das spezielle Steckersysteme benötigt werden (Combined Charging System bzw. CHAdeMO System). Theoretisch kann ein Supercharger den oben erwähnten 22 kWh Akku in weniger als 10 Minuten vollladen. Allerdings müssen sowohl das Fahrzeug als auch der Akku geeignet sein (was derzeit nur bei wenigen Fahrzeugen möglich ist).

Im Elektromobilitätskonzept EMOLA wird nur das Wechselstromladen (Normalladen) betrachtet, da für dieses Konzept der regionale Verkehr im Vordergrund steht.

Ein Ergebnis des Konzeptes ist, dass der Großteil der Lademöglichkeiten dort entstehen soll, wo das Fahrzeug mehr als sechs Stunden steht: Zu Hause und am Arbeitsplatz. Diese Ladeorte werden als privat definiert.

Auch im halb-öffentlichen Bereich sollten Lademöglichkeiten entstehen, z.B. in Parkhäusern, vor Supermärkten und anderen Orten mit beschränktem Zugang.

Ist ein Ladeort zu jeder Zeit für jeden zugänglich, nennt man ihn öffentlich. Diese Ladeorte werden dann genutzt, wenn andere Ladepunkte nicht zur Verfügung stehen. Offen ist allerdings noch, wer die Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum errichten und betreiben wird. Hier gibt es bereits einige verschiedene Geschäftsmodelle, deren Umsetzbarkeit im Rahmen des Konzeptes betrachtet wird. Mehr zum Projekt können Sie hier nachlesen.  

Weiterführende Informationen zum Thema Elektromobilität:

Broschüre des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung „Elektromobilität für private Nutzer“ (pdf 2 MB)

Wie hoch die Gesamtkosten eines Elektrofahrzeuges im Vergleich zu einem Diesel- oder Benzin-Fahrzeug kann mit Hilfe des TCO-Rechners der Begleit- und Wirkungsforschung ermittelt werden.

Den Rechner finden Sie auf der Website Schaufenster Elektromobilität.

 

Für Unternehmen die ihrer Kundschaft und ihrer Belegschaft das Laden eines E-Fahrzeuges ermöglichen wollen ergeben sich spezielle Fragestellungen.

Der DIHK hat ein Merkblatt herausgegeben, dass einen ersten Überblick über einige Rechtsfragen gibt, die für Unternehmen aufkommen, wenn diese eine Ladesäule errichten möchten.

Das Merkblatt kann auf der Seite der IHK Gießen-Friedberg heruntergeladen werden.

 

Informationen zu Förderprogrammen kann man direkt und aktuell über die NOW-GMBH https://www.now-gmbh.de/de (Bundesförderung) beziehen oder über die HA Hessen Agentur GmbH https://www.strom-bewegt.de/startseite_elektromobilitaet_in_hessen).