Klimafreundlich mobil sein

Beim Thema Mobilität geht es maßgeblich darum, ein verändertes Bewusstsein zum eigenen Mobilitätsverhalten zu entwicklen und die eigenen Handlungen zu hinterfragen. Anstatt wie selbstverständlich für jede noch so kurze Strecke das Auto zu benutzen, birgt die bewusste Entscheidung für das Fahrrad, ein öffentliches Verkehrsmittel oder geteilte Fortbewegungsmittel ein hohes CO2- Einsparpotential.

Wie lässt sich die Mobilität von Personen (und Gütern) erhalten und sichern, ohne dass der Verkehr langfristig Mensch und Umwelt übermäßig belastet? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer nachhaltigen Mobilität.

Klimafreundliche Mobilität und individuelle Freiheit müssen einander nicht ausschließen. Individualverkehr klimaschonend zu gestalten, setzt jedoch ein verändertes Bewusstsein voraus. 
Sich darüber Gedanken zu machen, ob man die Kurzstrecke wirklich mit dem Auto zurücklegen muss oder ob es auch das Fahrrad tut, eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Mobilität. 

Auch längere Anfahrtswege lassen sich über Mobilitätsketten klimafreundlich gestalten. Man spricht von Mobilitätsketten, wenn mehrere Verkehrsmittel nacheinander verknüpft werden, um ans Ziel zu gelangen. Wer beispielsweise mit dem Auto zum nächsten Bahnhof fährt, dort in einen Zug steigt und am Ankunftsort mit dem öffentlichen Nahverkehr zum Endziel gelangt, spart viel CO2 ein. Außerdem kann man im Zug entspannt ein Buch lesen, Musik hören oder die Aussicht auf die vorbeiziehende Landschaft genießen. 

Wenn man nicht auf das Auto verzichten kann, ist eine spritfahrende Fahrweise gut fürs Klima und den Geldbeutel, weil dann weniger Schadstoffe produziert werden.

Fahrgemeinschaften entlasten das Klima, da durch einen höheren Besetzungsgrad in einem Auto die Fahrten effizienter werden. Je mehr Menschen also in einem Auto gemeinsam fahren, desto mehr CO2 wird eingespart. Sinnvolle Fahrgemeinschaften ergeben sich beispielsweise oft mit Kollegen auf dem Weg zur Arbeit, mit Freunden auf dem Weg zum Sportverein oder auch mit Fremden auf diversen Onlineportalen auf dem Weg ans gleiche Ziel. 

Fahrgemeinschaften sind nicht nur praktisch, man lernt auch interessante Mitfahrer kennen! 

Kurzstrecken ausschließlich mit dem Auto zurückzulegen, schadet bekanntermaßen nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen PKW. 
Der Verkehrsclub Deutschland e.V. schreibt: 

"Laut Autoherrstellern braucht ein Mittelklassewagen direkt nach dem Start rund 30 bis 40 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Nach einem Kilometer sinkt der Verbrauch auf etwa 20 Liter. Erst nach vier Kilometern ist der Motor betriebswarm und der Verbrauch hat sich normalisiert. Daher gilt: kurze Strecken lieber zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen."

Spritsparendes Fahren und das Vermeiden von Kurzstrecken schont also nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihren Geldbeutel.

Hier informiert der VCD e.V. über weitere Spritspartipps.

„Sharing is caring“, also "Teilen ist, sich sorgen"! Dieser Grundsatz ist Antrieb der immer größer werdenden Sharing-Ökonomie. Damit sind Unternehmen und Privatpersonen gemeint, die Produkte zur gemeinschaftlichen Verwendung zur Verfügung stellen, damit nicht jeder das Produkt selbst besitzen muss. Dieser Ansatz erlaubt das Teilen von Autos, Büchern oder Werkzeug über Apps, soziale Medien oder private Kontakte. Auch Lebensmittel werden geteilt. Dies wird Food-Sharing genannt. 

CarSharing ist eins der bekanntesten Teil- Modelle und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Immer mehr Menschen fragen sich, ob sie tatsächlich ein Auto besitzen müssen, oder ob es nicht auch ausreichend ist, bei Bedarf über eine CarSharing- Community auf ein Auto zugreifen zu können. Damit leisten Bürgerinnen und Bürger, die sich Dinge teilen, einen Beitrag zum Klimaschutz. 

Der größte CarSharing- Anbieter in Stadt und Landkreis Gießen ist Scouter. 
Auch seinen Privat-PKW kann man auf der Plattform Drivy verleihen und damit ebenfalls Teil der Sharing Community werden.

Wer über die Anschaffung eines Elektroautos nachdenkt, beschäftigt sich vor allem mit zwei Fragen: „Wie weit komme ich mit einer Akkuladung?“ und „Wo kann ich nachladen?“.

Elektroautos haben derzeit gegenüber Verbrennerfahrzeugen noch eine geringere Reichweite. Vor der Anschaffung eines Elektroautos sollte man daher sein eigenes Fahrprofil kennen.

Die meisten täglichen Fahrten liegen deutlich unter 100 km und könnten mit allen derzeitigen Elektroautos auf dem Markt zurückgelegt werden. Dazu kommt, dass das Auto die meiste Zeit steht, z.B. am Arbeitsplatz oder über Nacht zu Hause. Wer ein Haus mit Parkplatz besitzt hat den Vorteil, dass er seinen Akku langsam und schonend über Nacht laden könnte. Welche genauen Voraussetzungen dafür getroffen werden müssen, klärt man am besten mit dem regionalen Stromversorger bzw. einem Elektrofachbetrieb.

Auch die Parkzeit am Arbeitsort könnte zur Ladezeit werden. Sprechen Sie doch mal Ihren Arbeitgeber darauf an.

 

Der Landkreis Gießen hat 2018 ein Konzept zur Ladeinfrastruktur in der Oberen Lahnregion durchgeführt. 
Die Schwerpunkte des Projekts waren:

  • Identifikation von Standorten für einen flächendeckenden Ladesäulenausbau 
    in den Landkreisen Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill,
  • Möglichkeiten zur Elektrifizierung des Busverkehres und
  • Mobilitätskonzepte für sechs Pilot-Gewerbegebiete mit Fokus auf dem betrieblichen Mobilitätsmanagement und Lademöglichkeiten beim Arbeitgeber.

Die Abschlussbroschüre des Projekts steht für Sie hier zum Download zur Verfügung.

Das Land Hessen stellt in dieser Broschüre Informationen für private Nutzer zur Verfügung.

Mit dem Fahrrad ist man schnell, flexibel und unkompliziert unterwegs. Man steht so gut wie nie im Stau und tut gleichzeitig noch was für die Gesundheit: an der frischen Luft aktiv zu sein regt den Kreislauf und den Stoffwechsel an, außerdem ist Fahrradfahren gelenkschonend. Mit einer Stunde Fahrradfahren kann man bis zu 600 Kalorien verbrennen.

Auch der CO2- Ausstoß wird immer schlanker, je mehr Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. 

Bundesweit werden elf Prozent aller Wege mit dem Fahrrad erledigt. Das sind allerdings nur drei Prozent der zurückgelegten Kilometer.
Das Potenzial des Fahrrads liegt bei den kurzen Wegen, also Strecken kürzer als fünf Kilometern, allerdings mit zunehmender Tendenz zu längeren Wegen, wie Verkehrserhebungen zeigen.
Unterstützt wird diese Tendenz durch den Trend zu Fahrrädern mit elektromotorischer Unterstützung, den sogenannten Pedelecs, sie erschließen auch den darüber hinaus gehenden Entfernungsbereich bis hin zu 15 Kilometern. So können immer mehr Fahrräder auch den Zweitwagen ersetzen. 

 

 

Vergleich des CO2-Ausstosses der unterschiedlichen Verkehrsmittel. Alle Angaben: CO2 pro 100 km. Fahrrad: 0 kg. Bus: 2 kg. Bahn: 4 kg. Elektroauto mit Ökostrom betrieben: 0,7 kg. Auto: 15 kg. Flugzeug: 38 kg.

 

 

Weiterführende Informationen

Warum in die Ferne schweifen? Im Landkreis Gießen ist immer was los:
Zum Veranstaltungskalender "Immer was los".

Mehr zum Thema nachhaltige Mobilität können Sie auch im Fachbericht zum „Masterplan 100% Klimaschutz“ nachlesen. 

Hier können Sie weitere Tipps zum Thema nachhaltige Mobilität nachlesen.